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Wikifizierung und das neue Schmarotzertum


Eine Grundüberzeugung der Wikiwelt ist es, dass im Verlauf des kollektiven kreativen Prozesses jedes nur erdenkliche Problem, das im Wiki auftaucht, Stück für Stück korrigiert werden wird. „Das entspricht dem unumstößlichen Vertrauen, das Ultraliberale in die Unfehlbarkeit des Marktes und Ultralinke in die Gerechtigkeit von Konsensprozessen haben. In all diesen Fällen
waren die Ergebnisse bisher eher fragwürdig. Dazu kommt, dass Faktentreue allein noch keinen guten Text ausmacht. Ein Text muss mehr sein als eine Ansammlung fehlerfreier Referenzen, und zwar Ausdruck von Persönlichkeit“, schreibt der Computervisionär Jaron Lanier in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung. Wikipedia sei allerdings nicht der einzige Fetisch für diesen stumpfen Kollektivismus. „Im Internet gibt es einen rasenden Wettkampf um die Position der ultimativen Meta-Seite. Jeder will das allerhöchste aller Aggregate sein, dem sich sämtliche andere Seiten unterordnen müssen“, so Lanier.







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